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Litauen
Berg der Kreuze
Unser heutiges Tagesziel heißt Palanga und liegt ca. 15 km nördlich von Klaipeda an
der Ostseeküste. Den einzigen Stopp haben wir am
Berg der Kreuze
(Kryžiu kalnas) geplant. Fernsehberichte haben uns auf das litauische
National-Heiligtum aufmerksam gemacht und nun wollen wir das Spektakel mit unseren
eigenen Augen sehen. Nachdem wir an den
Andenkenständen, an denen man sich auch mit Material (sprich Kreuzen) ausrüsten kann,
vorbei sind, stehen wir vor dem Areal, das das gesamte Blickfeld einnimmt und auf dem
dicht an dicht ein Kreuz neben dem anderen steht. Bedenkt man die Beharrlichkeit, mit der
die Litauer das Heiligtum gegenüber dem sowjetischen Gedankengut verteidigt haben, kann
man den nationalen Stellenwert des Berges begreifen. Wir bereuen nicht, hier abgestiegen
zu sein.

Die weitere Fahrt nach Palanga auf der gut ausgebauten E272 ist reines Pflichtprogramm,
doch hier wird gerade fleißig gebaut, was uns ziemlich Zeit kostet. Plötzlich liegt ein
200 Meter langer Abschnitt mit tiefem Schotter vor uns, durch den die Autos sehr
bedächtig schleichen. Wir warten auf freie Bahn uns starten mit Schwung. Doch das scheint die falsche Methode
zu sein, ich komme ins schlingern und lege die Vara in den Dreck. Shit, die komplette
rechte Seite ist von den faustgroßen Steinen zerkratzt, der Sturzbügel ist gebrochen und
ein Koffer liegt 20 Meter weiter. Astrid muss die Spur verlassen und legt sich auch gleich
hin (allerdings mit weniger Schmackes). Aber wir sind beide heil.

In Palanga angekommen beginnt auch gleich wieder die leidige Suche nach einem Campingplatz.
Plätze gibt es zwar genug, die meisten sehen aber irgendwie nicht besonders einladend aus
(überfüllt, kein Schatten, schlechte sanitären Anlagen), die im GPS gespeicherten Koordinaten
führen uns in die Irre. Wir landen schließlich auf einem
kleinen Platz im Wald. Der Standard ist zwar nur mäßig, aber hier geht es dafür etwas
ruhiger zu und das Personal ist sehr freundlich.
Wir lecken unsere Wunden und essen gut und reichhaltig, aber auch etwas gefrustet, in der
Stadt zu Abend.
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Palanga
Es ist Zeit für einen "Day off", außerdem muss die Schließmechanik eines Koffers repariert
werden, die beim Unfall Schaden genommen hat und nun heftig klemmt. Mit viel "gutem
Zureden" und dem Spezial-Öl eines hilfsbereiten Zeltnachbarn bekommen wir den Koffer
wieder hin.
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Gegen Mittag brechen wir in die Stadt auf. Palanga hat auch den Spitznamen "Ballermann
Litauens", das war uns zuvor nicht bekannt. Aber wir genießen den Trubel auf der
sensationellen Amüsiermeile, die von der Stadtmitte bis zum Sandstrand führt und sicher
einen guten Kilometer lang ist. Hotels, Restaurants, Snack- und Souvenirstände, Gaukler,
Fahrgeschäfte... es fehlt hier an nichts. Nach fast zwei Wochen mit relativ anstrengen- dem
Programm kommt uns das gerade recht. Erst nach gut 5 Stunden haben wir genug vom Mampfen
und Leute-Beobachten und erleben einen gemütlichen Abend am Zelt.
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Umrundung Kaliningrad
Wenn es unserer Planung nach gehen würde, müssten wir heute einen Höllenritt nach
Vilnius (Hauptstadt von Litauen) antreten, aber irgendwie gehen uns die Tage aus, und wir
wollen nicht noch eine Stadt besichtigen. Stattdessen entscheiden wir uns für einen
noch längeren Ritt nach Polen. Schade, Litauen ist nun etwas zu kurz gekommen. Doch es sind
ja noch etliche Kilometer bis zur polnischen Grenze, auf denen wir ein paar (wenigstens
optische) Eindrücke des Landes sammeln können. Die Fahrt auf litauischem Boden um die russische
Enklave
Kaliningrad
herum hält allerdings nur wenige Sensationen außer platter Landschaft und netten,
verschlafenen Ortschaften bereit.
Unmittelbar nach der Grenze ändert sich die Landschaft. Es wird bergig, die Straßen werden
kurvig, was für ein Spaß...
Interessante Links
Litauen-Info
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